Vom "Atlantik bis zum Schwarzwald....."

....lautete das Motto der Jungglaser-Motorradtour 2010

vom 3. September 2010 bis zum 07. September 2010

 

 

 

Ich fahre am Freitagmorgen um halb 12 bei mir zu Hause weg und treffe mich in Schramberg mit Jürgen, Ulrike, Franz, Marianne und Gunnar zur gemeinsamen Weiterfahrt auf den SNCF-Verladebahnhof nach Strasbourg. Unterwegs treffen wir noch auf die Reiseteilnehmer aus dem Allgäu, so dass wir eine ganz stattliche Gruppe werden.

Das Terminal in Strasbourg ist fast nicht mehr wiederzuerkennen. Die haben jetzt alles in ein altes Gebäude gepfercht, die seitherigen Abfertigungscontainer sind alle weg. Unsere Bikes müssen wir selber auf die Waggons fahren, im Gegensatz zu den Vorjahren, als das Personal die noch raufgeschoben hat. Apropos Personal: Einer der Typen ist mit dem dicken 7-er BMW mit ES-Kennzeichen eines Fahrgastes zum Kuchen holen gefahren......

Wegen eines Streiks der Franzosen fährt der Shuttelbus vom Terminal zum Hauptbahnhof nicht und so müssen wir die Strecke, mitsamt Gepäck,  zu Fuß gehen.

Bis zur geplanten Abfahrt des Zuges um 20.30 haben wir noch Zeit und zischen das eine oder andere Helle.

 

 

 

 

schaut Peter nach seiner Honda oder nach meiner GS?
schaut Peter nach seiner Honda oder nach meiner GS?

 

 

Mit einer halben Stunde Verspätung setzt sich der Zug in Bewegung. Erstmals in meiner Reisezughistorie sind die Waggons mit den Bikes an den Personenzug angehängt.  Über Metz-Paris fährt der Zug durch die Nacht nach Nantes, wo wir auch pünktlich ankommen. Nach dem Frühstück können wir bereits vor 7.00 Uhr unsere Bikes am Verladeterminal abholen. Für Frankreich eine nie gekannte Effizienz, in Avignon hat das immer viel länger gedauert.

Blick ostwärts ins Loiretal in der Nähe von Nantes
Blick ostwärts ins Loiretal in der Nähe von Nantes

 

 

 

Kurz nach 7.00 Uhr starten wir in Nantes und fahren entlang der Loire in den Sonnenaufgang hinein. Man sieht fast nix, so blendet die Morgensonne, aber der Tag scheint schön zu werden. Nach einer knappen Stunde machen wir den ersten Halt.

Schloss Saumur
Schloss Saumur

Gegen Mittag sind wir bei Schloß Saumur, wo wir in einem Restaurant mit Blick auf das alte Gemäuer etwas essen.

Weiter gehts über schöne, aber unspektakuläre Strässchen mit wenig Verkehr nach Schloß Chenoncheaux. Ein Highlight. Tolles Schloß, aber teilweise eingerüstet, schöne, gepflegte  Parkanlage. Nach der Besichtigung fahren wir in unser Quartier nach Amboise, wo ich von meinem Zimmer einen schönen Blick auf das dortige Schloss habe.

 

 

 

Nee, nee,  der Franz hat die nicht alle selbst getrunken....
Nee, nee, der Franz hat die nicht alle selbst getrunken....

Den Abend verbringen wir bei einer Weinprobe im Städtchen. Es ist ein Bus organisiert, der uns im Hotel abholt und auch spätabends wieder zurückbringt.

Der Wirt ist ein bischen stinkig, weil niemand von uns Wein kauft (Transportproblem?)

und räumt vorzeitig das rustikale Vesper von den Tischen. Nach der Rückkehr ins Hotel: logisch. der obligatorische Absacker in der Bar.

 

 

 

Der nächste Morgen führt uns nach etwa einstündiger Fahrt zum Höhepunkt: Schloss

Chambord. Nach einer langen geraden Strecke durch endlose Wälder stehen wir urplötzlich vor diesem gigantischen Bauwerk. Ein Mega-Schloß, eine riesige Parkanlage, das ganze Gelände umzäunt auf 24 km, da ist unser  Hohenzollern ein Klecks dagegen. Zwei Stunden verbringen wir dort, bevor wir weiter fahren.

 

 

 

 

 

 

 

Um die Mittagszeit sind wir in Sully-sur-Loire. Das dortige Schloß hat bis Zwei Uhr Mittags zu, so nehmen wir in einem Straßencafe etwas flüssiges zu uns. Ich programmiere mein Navi mit dem Tagesziel  am Parkplatz vor dem Schloß und wir stellen plötzlich fest,   dass der Weg zum Hotel nicht 150 km wie eigentlich von Jürgen angenommen, sondern 250 km sind, im Atlas hat eine ganze Seite gefehlt, kleiner Rechenfehler,  und wir müssen uns plötzlich sputen.

Vorbei an einem AKW an der Loire und noch ein Stück Autobahn zur Verkürzung der Fahrzeit kommen wir gegen 18.00 im Hotel mit dem Namen "Kleine Glaserei" an.

Logisch, dass wir Jungglaser uns da einmieten mussten, das ist man sich schuldig.

 

 

Innenhof historisches Hospiz Beaune
Innenhof historisches Hospiz Beaune

Erster Halt am Montagmorgen: Das alte historische Hospiz in Beaune, toll renoviert und interessant, was schon im 15. Jahrhundert von einigen reichen Leuten für die Armen der Ärmsten getan wurde,. im Glauben dann nach dem Tod ganz gewiss in den Himmel zu kommen.  Weiter geht's durch Burgund in Richtung Jura, wo wir am Abend in Goumoise im Hotel Taillard Quartier beziehen. Auf der anderen Talseite ist schon Schweizer Gebiet, die Grenze läuft un ten im Tal.  Sofort nach unserer Ankunft dort beginnt ein heftiger Regenguss, der uns beim opulenten 5-Gänge-Abendmenü aber nicht stört. Wir essen vom feinsten und eine Flasche des edlen kredenzten Weines kostet so viel wie bei uns eine ganze Kiste Badischer. Gut dass wir das erst am nächsten Morgen erfahren als wir die Zeche bezahlen......

 

 

Der Regen hat die ganze Nacht über angehalten und so beschließen wir, die geplante Rückfahrt durch das Jura zu streichen. Wir fahren auf den total rutschigen, seifigen Straßen Richtung Autobahn, die wir bis zur Grenze nutzen. In Deutschland angekommen hört der penetrante Regen auch auf.

Durch den Schwarzwald geht's Richtung Feldberg, in der Heimatstadt vom Bundes-Jogi esse ich noch mit den Allgäuern zu Mittag,bevor ich über  Neustadt-Donaueschingen nach Hause fahre, wo ich doch noch ziemlich durchfroren gegen 15.00 ankomme.

Es war wie immer mit den Jungglasern: Tolle Truppe, Schöne Ziele, klasse Kameradschaft, einfach ausgedrückt: schön. Deshalb: Dank an Jürgen und Ulrike für die Organisation.